| Veranstaltung: | Stadtparteitag 20.06.2026 |
|---|---|
| Tagesordnungspunkt: | 6. Anträge aus dem Kreisverband |
| Antragsteller*in: | Tim Atkins (KV Leipzig) |
| Status: | Eingereicht |
| Eingereicht: | 20.05.2026, 08:03 |
A1: Gründung der Regionalgruppe Leipzig Alt-West „Grüne Alt-West"
Antragstext
Die Mitgliederversammlung von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN Leipzig beschließt die
Gründung der Regionalgruppe Leipzig Alt-West mit dem Namen „Grüne Alt-West“.
Die Regionalgruppe Alt-West umfasst die folgenden Stadtteile und Ortschaften:
- Lindenau
- Altlindenau
- Neulindenau
- Leutzsch
- Böhlitz-Ehrenberg
- Rückmarsdorf
- Burghausen
Die Regionalgruppe nimmt ihre Arbeit gemäß der Satzung und den Ordnungen von
BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN auf.
Begründung
Knapp 63.000 Menschen leben in Alt-West auf etwa 2.600 Quadratkilometern. Über die Hälfte der Fläche teilen sich in jeweils fast 20% auf in Wohnbau, Landwirtschaft und Wald - eine spannende Mischung zwischen zentrumsnaher Urbanität, dem Auwald als grünes Band in der Stadt, und landwirtschaftlichen Nutzflächen im Außenbereich.
In Alt-West geben heute weniger die Maschinen der vergangenen Jahrhunderte den Takt an, sondern die Vielfalt. In alten Fabrikhallen zwischen Baumwollspinnerei, Tapetenwerk und Franz-Flemming-Straße haben sich Start-Ups, Ateliers, Galerien und Cafés angesiedelt. Die lebendige Kunst- und Kulturszene mit Institutionen wie Theater der Neuen Welt, Musikalische Komödie, Neues Schauspiel, Schaubühne Lindenfels, Felsenkeller und LOFFT, aber auch kleineren Angeboten der Freien Szene und Kunsträume sind in ihrer Konzentration einzigartig und machen Alt-West zum kulturellen Herz Leipzigs. Tausende Menschen strömen in den Stadtbezirk, wenn die Kunst zum Spinnereirundgang oder zur Tour de Franz ruft.
Die „Lindenaus“ - heute untergliedert in Lindenau, Altlindenau und Neulindenau - waren lange Zeit mit dem benachbarten Plagwitz das industrielle Herz Leipzigs. Sichtbare Spuren sind heute noch die alten Fabrikanlagen oder der vom Industriepionier Karl Heine angelegte Kanal, der die Gewässer Leipzigs mit dem Lindenauer Hafen verbindet.
Das Arbeiter*innen- und Industriellenviertel Leutzsch ist mit seinen Gründerzeitbauten, dem Villenviertel und dem Leutzscher Holz als Teil des Nordwestauwaldes eine einzigartige Mischung zwischen Urbanität und Grün.
Die eingemeindeten Ortschaften sind ebenso Teil des zu gründenden Regionalverbandes. Und mit Böhlitz-Ehrenberg haben wir die größte Ortschaft Leipzigs mit über 10.000 Einwohner*innen in unseren Reihen, die zwischen Gründerzeitarchitektur, DDR-Wohnblocks und dem über 1.000 Jahre alten Gundorf genauso vielfältig ist, wie Alt-West als ganzes.
In der letzten Kommunalwahl 2024 konnten wir Bündnisgrüne 16,6% erreichen und lagen damit deutlich über den gesamtstädtischen Ergebnis von 15%. Im Ergebnis konnten wir ein Stadtratsmandat ergattern, darüber hinaus zwei Sitze im Stadtbezirksbeirat. Leider konnten wir keine Sitze in den Ortschaftsräten gewinnen. Auch bei der Bundestagswahl lag der Zweitstimmenanteil für die Grünen in Alt-West über den stadtweiten Durchschnitt.
Vor allem in den urbaneren Stadtteilen Alt-Wests leben viele bündnisgrüne Mitglieder, deren politische Arbeit bislang sowohl zentral über den Kreisverband Leipzig als auch regional über den Grünen Treff West organisiert ist. Dabei umfasst die Zuständigkeit des Grünen Treffs auch die Stadtbezirke Südwest und West. Neben den monatlichen Mitgliedertreffen in lockerer Atmosphäre bietet der Grüne Treff verschiedene Aktionen wie den Frühjahrsputz, Aktionen zum Gießen von Stadtbäumen oder das Stolpersteinputzen in Gedenken an die Reichspogromnacht.
Ziel der Regionalgruppe ist, dieser wichtigen Arbeit vor Ort eine organisatorische Struktur unterhalb der Ebene des Kreisverbands inklusive stärkerer Verantwortlichkeit durch die Wahl von Koordinator*innen zu geben und sie damit langfristig zu stärken. So können die Mitglieder der Regionalgruppe besser lokal angesprochen und niedrigschwellig zur Mitwirkung an bündnisgrüner Politik aktiviert werden. Unsere Mitglieder werden in ihrer Nachbarschaft besser vernetzt. Auch die thematische Arbeit profitiert von der Gründung der Regionalgruppe, insbesondere stadtteilrelevante Themen können besser durch die betroffenen Mitglieder, Akteur*innen der Nachbarschaft und Anwohnende beraten werden. Durch die eigenständige Regionalgruppe können lokale Anliegen so gezielter aufgenommen, diskutiert und in die Parteiarbeit auf der unterschiedlichen Ebeneneingebracht werden. Daraus folgt ein höheres Aktionslevel vor Ort und eine stärkere bündnisgrüne Sichtbarkeit im Quartier. Wir wollen diese regionale Struktur im Vorfeld des OBM-Wahlkampfs etablieren, um von den Vorteilen mit Blick auf die Wahlkampforganisation zu profitieren.
Ein weiteres Ziel der Regionalgruppe sollte darin bestehen, vor allem in den Ortschaften Alt-Wests mehr Präsenz zu zeigen und mittelfristig Mitglieder zu gewinnen, um auch in den Ortschaftsratswahlen größeren Einfluss ausüben zu können.
Um diese Zielstellung zu erreichen, soll die Regionalgruppe nun gegründet werden. Gemäß unserer Satzung ist dieser Antrag unterstützungspflichtig. Es müssen mindestens 10 Prozent der Mitglieder der jeweiligen Regionalgruppe den Antrag digital unterstützen. Wir bitten hiermit alle Mitglieder der künftigen Regionalgruppe Alt-West darum, unseren Antrag zu unterstützen.
Zustimmung
- Kristen Stock
- Katja Sorg
- Ferdinand Moors
- Simon Carstens
- Dirk Bockelmann
- Mathias Wellner
- Felix Jan Schneider
- Luisa Milazzo
- Marlena Bender
- Leon Sibila
- Joachim Beyer
- Claudia Gruber
- Axel Rothe
- Ina Bertrand
- Paula Michalski
- Andreas Förster
- Claudette Ocando Röhricht
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